• Projekt: TV Dokuserie (2018)
  • Produktion: RANFILM (AT)
  • Länge: 2 x 45min
  • Senderbeteiligung: ORFIII
  • Buch: Fritz Aigner
  • Regie: Alfred Ninaus, Fritz Aigner
  • Produzent: Alfred Ninaus

Lassing - Die ganze Geschichte

Die Obersteiermark. Ein Land des Bergbaus. Von der Eisenerzgewinnung am Erzberg, dem Salzabbau im Ausseerland bis hin zum Talkbergwerk in Lassing – eine großflächige Region ist vom Arbeitsalltag der Knappen und Kumpel geprägt, über die Jahrhunderte. Es ist eine Welt der Schwerstarbeit und doch eine heile, idyllische Welt, deren Wohlstand gesichert ist. Eines Tages jedoch wird diese Idylle erschüttert: Freitag, 17. Juli 1998. Der Tag, der das Leben in der 1700-Seelen-Gemeinde Lassing im obersteirischen Ennstal für immer verändern sollte. Im ortsansässigen Talkbergwerk kommt es zum größten Bergwerksunglück der österreichischen Nachkriegsgeschichte. Es ist Mittag. Der 24-jährige Bergmann Georg Hainzl wird beim Einsturz eines Stollens verschüttet. Doch das ist erst der Auftakt zur Katastrophe. Ein riesiger Krater tut sich auf, Wasser und Schlamm verschlingen ein Haus, unter dem sich das Bergwerk befindet. Ein zehnköpfiger Rettungstrupp dringt ins Berginnere vor, um den Kumpel Georg Hainzl heil herauszuholen. Dann um 22 Uhr der GAU: Nach einem zweiten Schlammeinbruch ist auch die Rettungsmannschaft verschüttet, ein weiteres Haus stürzt in das klaffende Loch. Jetzt beginnt ein Wettrennen gegen die Zeit, um die vermissten Männer zu bergen. Tage des Bangens, der Hoffnung, der Verzweiflung stehen in Lassing bevor. Schuldzuweisungen am Bergbaubetrieb und an den Behörden werden laut. Ein unübersichtliches Chaos überschattet den Rettungseinsatz. Am 25. Juli steht er kurz vor dem Abbruch – es scheint keine Überlebenschance für die Verschütteten zu geben. Die „Totbergung“ von Georg Hainzl, der in einer Jausenkammer im Bergwerk vermutet wird, wird gestartet. Dann geschieht das Wunder: Nach 9 Tagen und 9 Nächten wird Georg Hainzl am 26. Juli lebend geborgen, beinahe unversehrt. Eine Wiedergeburt, ein neues Leben. Jetzt keimt Hoffnung auf, auch die restlichen zehn Männer retten zu können. Doch alle weiteren Bemühungen sind vergeblich. Ein Monat nach der Katastrophe, am 17. August 1998 wird die Rettungsaktion offiziell für beendet erklärt. Das Grubenunglück hat nach rund 100 Jahren das Ende des Talkabbaus in Lassing besiegelt. Heute, 20 Jahre danach, erinnert eine Gedenkstätte an die unfassbaren Tage im Sommer 1998: „Es war großer Mut. Es ist großer Schmerz. Es wird nie vergessen werden“, steht auf einer Erinnerungstafel am Unglücksort.