• Projekt: TV Dokumentation (2018)
  • Produktion: RANFILM (AT)
  • Länge: 45 Minuten
  • Senderbeteiligung: Servus TV
  • Buch: Stephanie Ninaus
  • Regie: Stephanie Ninaus
  • Produzent: Matthias Ninaus, Stephanie Ninaus

Das steirische Joglland

In der östlichen Steiermark liegt eine Region von ganz besonderer, einzigartiger Qualität; eine Mittelgebirgsgegend, die von Bergmassiven und Alpenbögen umgeben ist, dennoch in ihrem Wesen aus sanften Hügeln, bunten Feldern und dichten Nadelwäldern besteht - es ist das steirische Joglland. Roggen, Weizen, Gerste Hafer aber auch selten gewordene Getreidesorten werden hier angebaut und prägen die Kulinarik. Der Biobauer Karl Geiregger konzentriert sich in seiner Landwirtschaft ausschließlich auf Urgetreide und versucht die Vorteile alter Getreidesorten wie die des Buchweizens wieder in das Bewusstsein der Menschen zu bringen. Aus dem Buchweizen gewinnt man das sogenannte „Hoadnmehl“ aus dem dann schließlich Elisabeth Rennhofer, die Chefin des 300 Jahre alten Wirtshauses Gallbrunner, auf dem gesetzten Holzherd des Gasthauses den „Hoadnsterz“, eine typische Mahlzeit der Region, zubereitet. Neben dem „Kuhcafe“ der Familie Derler findet man auch „Riesenbuchteln“ im Joglland, um genau zu sein, in der „Buchtelbar“ der Familie Sedlak in Wenigzell, in der bereits seit rund 50 Jahren Buchteln gebacken werden. Im Laufe der Jahre wurden die nach einem hauseigenen Rezept gebackenen Buchteln immer größer und größer und versetzen die Besucher bis heute ins Staunen… Im selben Ort hat der Forellenzüchter Franz Kroisleitner ein altes, aufgelassenes Schwimmbad für seine Fischzucht adaptiert – wo früher Kinder planschten, plantschen nun kleine Forellen; auch die Umkleidekabinen haben nun eine neue Funktion – sie sind das Heim neugieriger Lamas… Handwerk spielt im waldreichen Joglland eine wesentliche Rolle. Das handwerkliche Markenzeichen der Region ist der berühmte Jogltisch, ein geschichtsträchtiges Möbelstück aus heimischem Holz, das früher in keiner Bauernstube fehlen durfte. Der Tischler Hermann Hofbauer zeigt und erklärt die Herstellung dieses Tisches, der immer als Mittelpunkt des familiären Lebens galt: Hier wurde gegessen, gefeiert, gebetet und getrauert. Unter der verschiebbaren Tischplatte wurden Gegenstände und oftmals auch wichtige Dokumente aufbewahrt - ein besonderer Tisch aus einer besonderen Region… Holz spielt im Joglland eine wesentliche Rolle – nicht nur Möbelstücke werden daraus verarbeitet, der Drechsler Karl Scherbichler verarbeitet aus einem Stück Holz einen federleichten Hut, ohne dabei einen einzigen Tropfen Leim zu verwenden. Auch einem faszinierenden Hobby geht Franz Rechberger nach – dem Ameisenwurlen. Neben alten Traditionen versucht man hier stets neue Wege zu gehen: Tanja Kroisleitner hat hier im steirischen Joglland auf rund 840 Höhenmetern die ersten Sanddorngärten Österreichs angelegt und damit wahre Pionierarbeit geleistet. In der Haslau stellt Pauline Pessl aus der Wolle ihrer kleinen Schafherde Patschen her – dafür verwendet sie nur Naturprodukte: Die Farben der bunten Patschen gewinnt sie aus den Blumen ihres hauseigenen Gartens. Ein Film über eine besondere steirische Region und ihre Bewohner.